Mlada Boleslav ist eine Industriekreisstadt im unteren Teil des Jizera-Gebiets. Schon im 10. Jahrhundert war hier wohl eine Fürstburg, in deren Vorburg später eine Untertanenstadt entstand. Eine Reihe adeliger Inhaber haben sich in der Haltung der Stadt ausgewechselt, erst im Jahre 1600 hat Kaiser Rudolf II. Mlada Boleslav zu einer Königsstadt erhöht. Nach dem Niedergang während des Dreissigjährigen Krieges und nach Feuern im 17. Jahrhundert kam es zur Entwicklung der Stadt erst während des 19. Jahrhunderts.
Es entstanden Industriebetriebe, von denen die auf Fahrräder- und Autowerke Laurin & Klement die grösste Bedeutung hatten. Diese wurden im Jahre 1895 gegründet. Die Autowerke einigten sich im Jahre 1925 mit dem Konzern Skoda und heute ist das die Aktiengesellschaft Skoda - Volkswagen (Fabrikmuseum).
Die Burg wurde auf dem Ort der älteren Fürstburg im 14. Jahrhundert erbaut. Sie wurde im 16. Jahrhundert in die Renaissancegestalt umgebaut und im 18. Jahrhundert auf Kaserne geändert. Seit dem Jahre 1972 ist in der Burg ein Museum.
Das alte Rathaus (heute Sitz des Kreisamtes) aus den Jahren 1554 - 59 war ursprünglich im Renaissancestil. An der Hinterseite des Hauses sind Figursgraffiti erhalten.
Die Erzdekankirche der Mariä Himmelfahrt stammt aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts. Die Kirche hat spätgotisches Gewölbe, sie wurde im Barockstil verändert.
In der Stadt gibt es Denkmäler neuzeitlicher Architektur.
Unsere Strecke beginnt auf dem Komensky Platz. Sie folgen rote Markierung, über Mirove Platz, wo die Barockkirche des heiligen Johann Nepomucky aus dem Jahre 1727 steht, sie wurde im Jahre 1787 aufgelöst und im Jahre 1816 wieder erneut. Sie gehen über den Platz der Republik und gelangen zum Rand der Stadt zum Bach Klenice.
Gemeinsam mit blauer Markierung über die Autobahn gelangen Sie zum Waldrand unter Chlum, wo Sie links Karluv vrch (Basalthügel von Karl) mit einem Haus auf dem Gipfel sehen. Sie folgen weiter rote Markierung an einem Jägerhaus Pod Chlumem vorbei, dann aufwärts durch einen Fahrweg. Der Weg wurde im Zusammenhang mit geplantem Ausbau des Aussichtsturmes auf Chlum gebaut, der aber nicht realisiert wurde.
Auf einem Felsenvorsprung kommen Sie zu gewaltiger Schanze, die Svedske sance (Schwedische Schanze) genannt wird. Es handelt sich um einen Rest der Verschanzung einer Burgstätte, wo während des Dreissigjährigen Krieges schwedische Heere ihren Lager hatten. Aus der Schanze gibt es weite Ausblicke zu Prag, Rip, Böhmischem Mittelgebirge, Bezdez und weiteren Hügeln der Landschaft von Macha, Lausitzer Gebirge und Jeschen-Kamm. Unweit bei einem Militärobjekt befindet sich eine der höchstliegenden Stellen am Kamm Chlum (365 m über dem Meeresspiegel, 168 m über dem Spiegel von Jizera).
Danach auf roter Markierung gelangen Sie zum Dorf Chloumek, wo wir eine kurze Abbiegung zum Felsenvorsprung Na Hrádku empfehlen. Im Mittelalter stand hier eine Festung, die während hussitischer Kriege zerstört wurde. An der Abbiegung befindet sich auch Jägerhaus von Smetana, wohin der Komponist Bedřich Smetana zu seinem Bruder Förster Karl Smetana zu fahren pflegte. Hier lernte der Komponist seine spätere Ehefrau Bettina Ferdinandová kennen.
Nach der Rückkehr aus der Abbiegung folgen Sie weiter die rote Markierung auf enger Strasse nach Vinarice. Im Dorf gibt es ein Renaissanceschloss aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts, umgebaut um 1630. Rote Markierung führt Sie nach Dobrovice, die eine Stadt seit dem Jahre 1558 ist. In der Stadt ist ein Rathaus mit dem Turm aus dem 17. Jahrhundert und ehemaliges Renaissanceschloss aus dem Jahre 1578. Das Schloss wurde aus grösserem Teil auf eine Zuckerfabrik umgebaut, die im Jahre 1831 gegründet wurde. Die Zuckerfabrik wurde vor kurzem rekonstruiert und gehört zu den modernsten in Tschechien.
In Dobrovice kann man die Wanderung beenden und nach Mlada Boleslav mit dem Bus oder Zug aus 2 km entfernter Station zurückfahren.Unsere Hauptstrecke führt aus dem Platz über Bojetice wieder zum Kamm Chlum zum Telekommunikationsturm, wo seine höchstliegende Stelle, genannt U doubku (367 m über dem Meeresspiegel) ist.
Immer gelber Markierung folgend gehen Sie auf einem Waldweg zum Scheideweg Nad zakoutim hinunter, wo Sie links zur blauen Markierung abbiegen. Durch einen Wald und später auf der Strasse gelangen Sie zum ehemaligen Bad Bozi voda (Gottes Wasser). Das Bad wurde im 18. Jahrhundert bei einer Eisenwasserquelle erbaut. Es war ein beliebter Ausflugsort von Bewohnern aus Mlada Boleslav. Es ging nach dem zweiten Weltkrieg ein, und heute finden Sie hier nur neu herrichtetes Schutzdach bei der Quelle.
Weiter folgen Sie blaue Markierung, die vor der Stadt ein Stück zusammen mit roter führt. Am Rand von Mlada Boleslav trennen sich die Markierungen wieder und wir folgen die blaue durch den Stadtpark, genannt Stepanka. Der Park bekam seinen Namen nach belgischer Prinzessin Stefanie, Ehefrau des österreichischen Kronprinz Rudolf. Immer blauer Markierung folgend schreiten Sie kleinen Fluss Klenice über und steigen in die Stadtmitte zum Ausgangspunkt auf dem Komensky Platz.