Gemeinde Bozkov
Bozkov liegt in den Ausläufern Riesengebirges, etwa acht Kilometer von den Städten Semily, Železný Brod und Vysoké nad Jizerou entfernt. Seine Grenzen Bilden der Fluss Kamenice und der Bach Vošmenda.
Die Einwohner von Bozkov lebten traditionell von der Landwirtschaft und der Flachsverarbeitung, und das häufige Vorkommen von Eisenerz lockte seit dem Mittelalter auch Bergleute hierher. Berühmt wurde das Dorf auch durch Marienwallfahrten und in jüngerer Zeit insbesondere durch die Dolomithöhlen von Bozkov.
Bozkov ist ein Ort, der nicht nur reich an Geschichte, Kultur- und Naturdenkmälern ist, sondern sich dank seiner Lage und seiner Umgebung auch für einen mehrtägigen Urlaub eignet. Es bietet kulturelle und sportliche Aktivitäten, aber auch Familien mit Kindern kommen hier auf ihre Kosten.
Geschichte von Bozkov
Das Dorf wird zum ersten Mal in den Quellen um das Jahr 1360 erwähnt, als die Zisterzienser aus Klášter nad Jizerou bei Mnichovo Hradiště es an Hašek Zvířetický aus Lemberk, den Besitzer der Herrschaft Semily, derer Teil es blieb, verkauften.
Die Einwohner von Bozkov lebten von der Landwirtschaft und der Flachsverarbeitung. Das häufige Vorkommen von Eisenerz lockte seit dem Mittelalter auch Bergarbeiter und Schmiede hierher. Seit dem Mittelalter wurde am Bach Vošmenda Eisenerz gefunden, das Bergarbeiter und Hammerschmiede anzog. In der Nähe von Vošmenda entstand die Bergbausiedlung Betkovice, die heute Dolní Bozkov oder Podbozkov heißt. Im 19. und 20. Jahrhundert entstanden in Bozkov Glasschleifereien, eine Weberei, eine Kaffeemühlenfabrik und andere Betriebe, die den Einwohnern den Lebensunterhalt sicherten. Berühmt wurde das Dorf auch durch Marienwallfahrten zur Jungfrau Maria Bozkovská, auch Königin der Berge genannt, und in jüngerer Zeit durch die Dolomitenhöhlen von Bozkov. Im Jahr 1923 wurde Bozkov zum Marktflecken erhoben.
Zu den Sehenswürdigkeiten des Dorfes zählen neben der barocken Kirche Mariä Heimsuchung (1690-1693) mit Aussichtsgalerie auf dem Turm auch die Sejkorská-Kapelle mit einer wertvollen Volksstatue des Versperbildes und der Brunnen „U Matičky“, dem heilende Eigenschaften zugeschrieben werden. Im Dorf gibt es zahlreiche Denkmäler der Volksarchitektur.
Wandermarkierungen führen Sie nach Semily (gelb), Vysoké nad Jizerou (blau), Bohuňovsko (grün, blau) und Jesenné. Durch das Dorf führt der Radweg Nr. 1074 von Semily nach Vysoké.
Was gibt es in Bozkov zu besichtigen?
Die majestätische Mariä Heimsuchung-Kirche stammt aus dem Jahr 1693. Sie wurde auf Initiative der Gutsbesitzerin, Gräfin Marie Polyxena Desfours, erbaut, als die alte Kirche für die Pilger, die die Statue der Muttergottes von Bozkov, auch Königin der Berge genannt, besichtigen wollten, nicht mehr ausreichte. Der Kirchturm ist 49 Meter hoch und für die Öffentlichkeit zugänglich.
Der Schulunterricht begann in Bozkov im Jahr 1749. Im Jahr 1773 kaufte die Gemeinde die Hütte Hausnummer 40 als festen Platz für die Schule und „zur besseren Versorgung des Lehrers“. An ihrer Stelle wurde 1786 eine neue Schule gebaut, in der die Kinder noch heute lernen.
HOLZHÜTTE BOZKOV
Das Haus mit dem Bauernhof wurde 1752 erbaut. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist es im Besitz der Familien Farský und Balatka; die dort heute ein Restaurant betreiben und Unterkünfte anbieten. Im Jahr 2011 wurde die Holzhütte in die Liste der Kulturdenkmäler aufgenommen.
KAPELLE U MATIČKY
Im Jahr 1900 ließ die Gemeinde an der Stelle, an der seit jeher eine Quelle wohlschmeckenden Wassers sprudelte, dem Heilkraft zugeschrieben wird, eine Kapelle errichten und eine Marienstatue aus der abgerissenen Friedhofskapelle dorthin stellen. Die Umgebung bietet Entspannung in einer schattigen Ecke.
PODBOZKOV
Dolní Bozkov, auch Podbozkov genannt, ist ein Ortsteil von Bozkov, der im Tal des Baches Vošmenda liegt. Im Mittelalter wurde in diesem Gebiet Eisenerz abgebaut, Eisenhämmer wurden hier gebaut und die Gegend wurde von Hammermeistern aus Deutschland besiedelt. Heute gibt es in Podbozkov eine Kreuzung von Straßen, die ins Zentrum von Bozkov und zu den Dörfern Železný Brod, Příkrý, Vysoké nad Jizerou und Semily führen.
KAPELLE SEJKORSKÁ UND MASARYKS AUSSICHTSPUNKT
Die Nischenkapelle Unserer Lieben Frau Bolestná aus dem Jahr 1693 befindet sich in der Siedlung Cimbál an der Grenze der Kataster Semily und Bozkov (gelb markierter Wanderweg Richtung Semily). Die Kapelle wurde zweimal von T. G. Masaryk besucht, weshalb ein nahegelegener Aussichtspunkt nach ihm benannt wurde, von dem aus der erste tschechoslowakische Präsident die Aussicht auf Bozkov, Riesengebirge und Kozákov bewunderte.
PALACKÝ WANDERWEG
Das tief eingeschnittene Tal des Flusses Kamenice ist durch sein Charakter zum Wandern geeignet und seit 1912 kann man es auf dem rot markierten Palacký-Weg durchwandern. Er führt vom Zusammenfluss mit der Iser in Podspálov und weiter unter den Ruinen der Burg Návarov bis nach Tanvald.
DOLOMITHÖHLEN VON BOSKOV
Die Dolomithöhlen von Bozkov, die 1999 zum nationalen Naturdenkmal erklärt wurden, werden jedes Jahr von rund 70 000 Besuchern aus aller Welt besucht. Die Besichtigung der Höhlen ist körperlich nicht anstrengend und kann auch von kleineren Kindern problemlos bewältigt werden. Die Höhlen sind mit einer Länge von über tausend Metern das derzeit größte bekannte Höhlensystem in Nordostböhmen. Sie sind berühmt für ihre reichhaltige Dekoration und den größten unterirdischen See in Böhmen.
NATURLEHRPFAD VOŠMENDA-TAL
Der Rundwanderweg beginnt am Parkplatz in Bozkov und führt durch die Wildnis Vošmenda-Tal. Zuerst kopiert die blaue, danach die grüne Wanderroute. An elf Stationen macht er mit dem hiesigen Naturschutzgebiet, der Landschaft des Riesengebirges, dem Eisenerz- und Kalkbergbau, Karstphänomenen sowie mit der geschützten Flora und Fauna bekannt.
AUSSICHTSTURM U BOROVICE
Der Aussichtsturm mit quadratischem Grundriss oberhalb des Dorfes Roprachtice wurde am 17. November 2009 feierlich eröffnet. Zu der vom örtlichen Schreiner Pacholík gebauten hölzernen Galerie führen 70 Stufen. Er bietet einen schönen Rundblick auf das Isergebirge, den Ještěd, das Riesengebirge, das Adlergebirge, die Gipfel Tábor, Bezděz, Milešovka und Ralsko sowie die Täler der Flüsse Iser und Kamenice.
PODSPÁLOV und RIGEROVA-PFAD
Podspálov liegt am Zusammenfluss der Flüsse Iser und Kamenice. An der Stelle der Bahnhaltestelle treffen sich wichtige Wanderwege, nämlich der Palacký-Weg entlang der Kamenice, der Rieger-Weg entlang der Iser und der Kamenický-Weg entlang des oberen Talrandes nach Semily. Es gibt auch ein Wasserkraftwerk, das 1921 nach dem Entwurf des berühmten Architekten Emil Králíček gebaut wurde und noch bis heute voll funktionsfähig ist.
Der 3,5 km lange Rigerova-Pfad führt von Podspálov nach Semily. Der Pfad führt durch das romantische Iser-Tal und die felsige Schlucht der Iser-Galerie. Benannt wurde er nach dem berühmten aus Semily stammenden Dr. František Ladislav Rieger.
Podbozkov
Im Tal des Baches Vošmenda kann man nicht nur Naturschönheiten, sondern auch Denkmäler der Volksarchitektur wie eine ehemalige Mühle oder Wohngebäude bewundern, die ihren Charakter seit ihrer Entstehung bewahrt haben. Im Tal befindet sich auch eine Wasseraufbereitungsanlage, die die umliegenden Dörfer mit Trinkwasser versorgt, insbesondere Semily, Benešov u Semil und Chuchelna, die etwa acht Kilometer von diesem Ort entfernt sind. Auf dem Hügel gegenüber dem Schutzdach der Bushaltestelle kann man einen ehemaligen Schafstall erkennen. Schafherden, die auf den örtlichen blühenden Wiesen weideten, trugen einst zur Schönheit dieses malerischen Tals bei.
Die Geschichte von Podbozkov ist eng mit dem oben erwähnten Bach Vošmenda verbunden. In seinem Verlauf gab es reichlich Eisenerz, das im Mittelalter Bergleute und Hammerschmiede hierher brachte. Einigen Quellen nach geht die hiesige Bergbaugeschichte auf das Jahr 1080 zurück, als Benediktinermönche auf dem bewaldeten Hügel links des ehemaligen Schafstalls eine kleine Burg und im darunter liegenden Tal eine Siedlung namens Bedkovice gründeten, deren Bewohner im Bergbau tätig sein sollten. Hrádek nad Bedkovicemi hörte in späteren Kriegen auf zu existieren, aber bis heute wird ein Teil von Bozkov „Na Hrádku“ genannt. Die letzte Erwähnung von Bedkovice findet sich im Pfarrbuch von 1657 im Zusammenhang mit der Entrichtung des obligatorischen Zehnten.