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Felsenstübchen bei der Burg Valečov

Viele Besucher der Burg Valečov bei Mnichovo Hradiště (Münchengrätz) ahnen nicht, dass es sich nur ein paar Meter von der interessanten Ruine ein einzigartiges Dorf befindet, das mit seiner Ausdehnung und Anzahl der Objekte zu den wahren Raritäten in der Tschechischen Republik und in Mitteleuropa zählt. In den Sandsteinblöcken sind Räume ausgehauen, die einst als Wohnräume, Ställe und Behausung für Haustiere, Lager oder Werkstätten dienten. Die letzten von denen wurden noch im Jahre 1892 bewohnt.

Aus dem ursprünglichen Felsendorf gibt es heutzutage 28 ersichtliche Objekte in unterschiedlichem Zustand. Wann dieses Dorf gegründet wurde, kann man nicht genau bestimmen. Es ist wahrscheinlich, dass es sich um Wohnstätte von der auf der Burg dienenden Gesinde und von den Burgwächtern handelte. Es gab hier auch zu den Zeiten der Hussiten ein befestigtes Winterquartier von Truppen.

Als die Burg am Anfang des 18. Jahrhunderts verlassen wurde, zogen die Armen in die Felsenwohnstätten. Die benachbarten Einwohner nannten diese neuen Anlieger „Felsner“. Es lebten hier insgesamt sieben mehrköpfige Familien.

Die Wohnstübchen wurden mit Holzböden ausgestattet. In die Felslöcher wurden Türen und Fenster eingebaut. In den Wohnstübchen gab es auch Heizöfen und Backöfen, um Brot zu backen.

Die k. und k. Behörden in Mnichovo Hradiště (Münchengrätz) haben am Ende des 19. Jahrhunderts das Ende des Felsendorfes bereitet. Unter dem Vorwand einer Cholera-Epidemie, die 1892 in Europa wütete, mussten die Bewohner in die Armenhäuser des nahe gelegenen Dorfes Boseň ziehen und die Wohnstätten wurden „gründlich“ beschädigt.

Die Felsenstübchen sind frei zugänglich. Ein roter und grüner Wanderweg führen direkt durch das ehemalige Felsendorf. Nach dem roten Wanderweg kommt man von Mnichovo Hradiště (Münchengrätz) oder von Podkost bei der Burg Kost über das Massiv Mužský hierher. Der grüne Wanderweg beginnt unter der Burg Valečov und führt am Komarovsky-Teich zu der Wegkreuzung Chrby vorbei, wo er auf den roten Wanderweg trifft.

 


 
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