Paceřice: Husa DE

Bohdan Kaminský-Gedenktafel in Husa

Die Siedlung Husa, die seit 1990 ein Ortsteil der Gemeinde Paceřice ist, gehörte im Mittelalter zur Gemeinde Svojkov. Das Dorf als Ganzes ging während des Dreißigjährigen Krieges zugrunde und sein Name geriet in Vergessenheit. In den 1690er-Jahren bauten die Lamotts von Frintrop unweit von hier das Schloss Sychrov, in dessen Zusammenhang die Besiedlung der Siedlung erneuert wurde. Hier wurde das Einkehrgasthaus U Divoké husy (daher der Name der Siedlung) mit einer Schmiede und mehreren Hütten errichtet.

Im Jahr 1812 kaufte das Fürstengeschlecht von Rohan das hiesige Land und trug mit dem Wiederaufbau des Schlosses Sychrov wesentlich zur Entwicklung des Dorfes bei (auch der Bau der nahe gelegenen Eisenbahn von Pardubice nach Liberec hatte einen Einfluss). Im Dorf wurde eine Ziegelei gebaut, und ab 1856 begann hier Petr Bušek, der Schöpfer der Holzschnitzdekoration des Schlosses, zu wirken. Dort gründete er ein Unternehmen, das nach seinem Tod sehr erfolgreich von seinen Söhnen Dominik und Konstantin geführt wurde.

Ein interessantes Gebäude ist die Villa Fialka (Hausnummer 17, an der Straße nach Sychrov). Ursprünglich war es das Haus des Gärtners Vojtěch Mašek, der zum größten Ruhm der Gärten des Sychrov-Parks beitrug. Später lebte in der Villa die Familie Bušek, und hier wirkte auch ihr Mitglied, der Schriftsteller und Übersetzer Karel Bušek, der unter dem Pseudonym Bohdan Kaminský publizierte.

1961 entstand durch den Zusammenschluss der JZD (Einheitlichen landwirtschaftlichen Genossenschaften) Čtveřín, Lažany, Paceřice, Radimovice und Žďárek das neue JZD (Einheitliche landwirtschaftliche Genossenschaft) Velký Sychrov, dessen Zentrum Husa wurde. Im Jahr 1993 wurden die Nachfolgeorganisationen der JZD (einheitlichen landwirtschaftlichen Genossenschaft), nämlich Agro Sychrov, a. s., und RekuperSychrov, s. r. o., im Dorf gegründet und arbeiten noch immer erfolgreich.