Paceřice: Volksarchitektur

Haus Nr. 1 - Das älteste Gebäude in Paceřice

Paceřice wurde erstmals 1543 in den Quellen erwähnt und bildet heute zusammen mit der Siedlung Husa eine Gemeinde. In Paceřice sind bis heute zahlreiche gezimmerte Bauwerke aus dem 19. Jahrhundert erhalten geblieben. 

Paceřice – Volksarchitektur

In Paceřice sind bis heute zahlreiche gezimmerte Bauwerke aus dem 19. Jahrhundert erhalten geblieben. Es handelt sich um lange geschossige Bauwerke mit Satteldach, in deren Erdgeschoss sich eine Stube, eine Diele, eine Milchkammer und angrenzende Ställe und Pferdeställe befanden, im Obergeschoss befanden sich Kammern und Altenteile. Das erste Stockwerk war über eine Holztreppe erreichbar, die in die obere Diele führte. Von hier aus führte die Tür zum offenen Gang, zu den Kammern und auch in eine weitere Stube, die früher durch Lüftungsschlitze beleuchtet wurde und oft als Getreidespeicher diente. In einigen Siedlungen verwandelte sie sich im Laufe der Zeit in eine große Kammer, die durch zwei Fenster in der Giebelwand beleuchtet wurde und als Altanteil oder als Schlafzimmer für den Hausherrn genutzt wurde.

Der offene Gang auf der Hofseite des Hauses, der sich über die gesamte Länge oder einen Teil des Obergeschosses erstreckte, ermöglichte den Zugang zu den oberen Kammern und diente gleichzeitig zum Trocknen von Wäsche, Gemüse, Kräutern und Gewürzen. Er wurde durch einen Überstand eines Stroh- oder Schindeldachs geschützt. Er bestand aus einem teilweise überdachten Raum entlang der Seitenwand des Gebäudes, der von Deckenbalken getragen wurde, die über die Wand hinausragten. Die Wände des offenen Gangs konnten mit Holzschalungen verkleidet werden, die mit geschnitzten Leisten versehen waren. Die Säulen des offenen Ganges, die den Überhang des Giebeldachs tragen, waren ebenfalls reich verziert.

Die Etagenhäuser der reichen Bauern bildeten regelmäßige Höfe. Die Giebel der Häuser waren immer zum öffentlichen Raum hin ausgerichtet.

Ein Teil der großen Gehöfte waren auch große Scheunen. Ihre Konstruktion bestand aus Pfosten mit Holz- oder Bretterwänden mit freien Fugen zwischen den Balken. Sie wurden auf einem rechteckigen Grundriss mit einer Querdurchfahrt errichtet. Die Dächer der Scheunen waren giebelständig und wie die der Wohnhäuser gedeckt. Ein sehr verbreitetes Wirtschaftsgebäude war auch ein Getreidespeicher, der in der Regel separat im Garten stand. Er diente zur Lagerung von Getreide, verschiedenen Vorräten oder landwirtschaftlichen Geräten und wurde oft als Gesindestube genutzt. Die Gruppe der Wirtschaftsgebäude wurde dann durch Schuppen, Ställe, Kaninchenställe, Taubenhäuser, Hühnerställe, Obsttrockner und andere kleine Objekte ergänzt.