Příkrý

Hölzerner Glockenturm in Škodějov

Die Gemeinde Příkrý liegt an einem steilen Nordwesthang, der durch die Täler der Bäche in das Tal des Flusses Vošmenda, einem der Nebenflüsse des Flusses Iser, abfällt. Die heutige Gemeinde besteht aus zwei früher getrennten Dörfern – Příkrý und Škodějov.

Příkrý ist für tschechische Verhältnisse ein junges Dorf. Es wurde erst während einer der späteren Kolonisierungswellen der Region Horní Pojizeří gegründet und wurde erstmals 1634 im Urbarium von Semily erwähnt, während die ersten Erwähnungen von Škodějov aus dem 14. Jahrhundert stammen.

Die beiden Ortsteile werden durch eine natürliche Geländewelle mit den Gipfeln Na Vrších (593 m ü. M.), Skalka (610 m ü. M.) und Benešov (568 m ü. M.) getrennt. In Příkrý sind mehrere gezimmerte Hütten erhalten geblieben, von denen eine in die Liste der Kulturdenkmäler aufgenommen wurde, außerdem gibt es zwei Glockentürme, zwei Sandsteinkreuze und eine wertvolle Kalvarienberg Skulptur aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Im Jahr 1866 wurde eine Straße durch Příkrý gebaut, die Semily mit Vysoký nad Jizerou verband, und damit verbunden war auch die Gründung der örtlichen Glasschleiferei. Später wurde sie in eine Weberei umgewandelt, die zahlreiche Einwohner von Příkrý und den umliegenden Dörfern beschäftigte.

Denkmäler in Příkrý

Příkrý gehört zu den Dörfern, die keine Kirche haben, aber es gibt hier Glockentürme, sogar drei. Die ersten beiden stehen in Příkrý und der Dritte in Škodějov. Der erste Glockenturm befindet sich im unteren Teil von Příkrý oberhalb des Flusses Vošmenda. Der berühmteste Glockenturm, der so genannte Obere, wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im imaginären Zentrum von Příkrý errichtet. Es handelt sich um ein Holzbauwerk auf einem quadratischen Sandsteinsockel. Sein hohes Pyramide-Dach geht in ein Türmchen mit Rundbogenfenstern und einer Kuppel über, der von einem zweiarmigen Kreuz abgeschlossen wird. Im Glockenturm befindet sich eine ursprüngliche Glocke aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

In der Nähe des oberen Glockenturms befinden sich zwei weitere wichtige Denkmäler – der Kalvarienberg und der Bildstock. Die Skulptur des Kalvarienbergs stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, sie ist aus ockerfarbenem Sandstein gefertigt und ihr Autor war wahrscheinlich der Steinmetz František Fiala aus Turnov. Der niedrige Sockel trägt einen vierseitigen prismatischen Schaft, der auf allen vier Seiten mit Reliefs verziert ist. Sie zeigen den Heiligen Josef, den Heiligen Johannes von Nepomuk, den Heiligen Wenzel und den Heiligen Augustinus. Der Schaft wird von einem massiven, profilierten Gesims abgeschlossen, das mit Statuen des Heiligen Johannes der Evangelist und der Jungfrau Maria sowie einem Kreuz mit dem Korpus des gekreuzigten Christus versehen ist.

Der Bildstock stammt aus dem Jahr 1731 und ist ebenfalls aus Sandstein. Der vierseitige prismatische Schaft wird im oberen Teil von einer Steinkapelle abgeschlossen, auf deren Vorderseite folgende Inschrift eingraviert ist: TYTO BOZI MVKA SAV WYZDWIZENI NAKLADEM WACLAWA CIILI KE CTI RODICE BOZI PANIE MARIE 1731. (Dieser Bildstock wurde 1731 von Václav Cíla zu Ehren der Jungfrau Maria, der Mutter Gottes, errichtet).

In Příkrý sind mehrere gezimmerte Bauwerke der typischen Volksarchitektur des Riesengebirges erhalten geblieben. Zum Beispiel an der sogenannten Ziegenecke befindet sich das sehr gut erhaltene Bauernhaus Nr. 64 aus dem Jahr 1869, das als Kulturdenkmal ausgewiesen ist.

Škodějov 

Das ursprünglich eigenständige Dorf Škodějov wurde 1971 der Gemeinde Příkrý angegliedert. Škodějov liegt im weiten, offenen Tal des Honkův-Baches, der durch eine Geländewelle mit dem Hügel Na Vrších (593 m ü. M.) begrenzt wird, von wo aus sich ein schöner Ausblick auf die Bergrücken Riesengebirge, Ještěd und Kozákov bietet.

Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes Škodějov stammt aus dem Jahr 1388. Im Jahr 1834 lebten hier 242 Einwohner, heute sind es nur noch 43.

Im Jahr 1858 wurde der Betrieb der alten Kupferminen am Standort Na Rybníčku wieder aufgenommen. Von dort wurde das geförderte Erz zur Verarbeitung nach Horní Rokytnice abtransportiert.

In Škodějov gibt es mehrere kleine Baudenkmäler, zum Beispiel eine denkmalgeschützte Säule mit einer Statue der Jungfrau Maria aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts, die Sie an der Abzweigung der Hauptstraße finden, einen malerischen hölzernen Glockenturm aus dem 19. Jahrhundert bei dem Landgut mit der Hausnummer 18, eine Nischenkapelle oder ein Denkmal des einheimischen Doktor der Theologie Karel Farský, des ersten Patriarch der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche. Im Jahr 2017 kam dazu auch die Waldkapelle Dr. Karel Farský im Wald oberhalb des Dorfes.

Durch Škodějov führt der markierte überregionale Radweg Nr. 17 – Greenway Jizera.

Hölzerner Glockenturm in Škodějov

In fast jedem Dorf in der Region Horní Pojizeří findet man einige gezimmerte Bauwerke, typische Vertreter der Volksarchitektur des Riesengebirgsvorlandes. Sie belegen uns die Baukunst unserer Vorfahren und bieten eine Vorstellung davon, wie die örtlichen Dörfer vor mehreren Jahrhunderten aussahen. Wo früher die Dorfbewohner sorgfältig mit ihren Bauwerken umgingen, sind bis heute nicht nur Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude, sondern auch kleine Sakralbauten erhalten geblieben. Die Glockentürme hatten in Dörfern und Städten eine unverzichtbare Funktion, sie verkündeten den Bewohnern frohe und traurige Ereignisse und dienten auch als Warnsystem z. B. bei Bränden. In Příkrý hatte man Glück, was Glockentürme angeht, denn drei sind erhalten geblieben, einer davon hier in Škodějov.

Der bezaubernde Glockenturm von Škodějov an der Gemeindestraße nach Háje nad Jizerou bildet mit dem benachbarten gezimmerten Landgut eine malerische Ecke. Der Glockenturm hat einen „doppelschaligen“ gemauerten Sockel mit quadratischem Grundriss. Die äußeren Granitsteine sind neu, während die inneren aus Sandstein und Konglomerat ursprünglich sind. In den Stein am Eingang des Glockenturms ist das schwer lesbare Datum 1849 eingraviert, das möglicherweise auf das Entstehungsjahr hinweist. In anderen Quellen wird jedoch auch das Jahr 1822 angegeben, sodass das spätere Datum eher eine Information über den erfolgten Umbau ist. Über dem breiten Sockel des Glockenstuhls befindet sich ein Traufdach aus zwei Reihen geschnittener Schindeln. Sein Hauptteil aus Holz ist verschalt und mit Leisten versehen, er verengt sich und ist mit einem Schindelgesims abgeschlossen. Auf Höhe der Glocke befinden sich vier bescheiden verzierte Fensteröffnungen, und das Dach darüber hat die Form einer achteckigen Pyramide mit Blechspitze, heute schon ohne Kreuz. Die Eisenglocke mit einem Durchmesser von 40 cm und einer Höhe von 35 cm ist modern und völlig ungeschmückt. Die Ursprüngliche wurde im Ersten Weltkrieg beschlagnahmt.

Obwohl der Glockenturm in Škodějov durch moderne Umbauten (Granitsockel, Austausch der verzierten Vordächer, Entfernung des Kreuzes) etwas gelitten haben, ist er zusammen mit dem benachbarten Bauernhof ein wertvoller Beleg der ländlichen Volksarchitektur.

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