Příšovice

Holans Bauernhof, Příšovice

Die Bedeutung des Namens des Dorfes wird von Sprachwissenschaftlern einfach interpretiert: Der Name Příšovice bedeutet das Dorf der Příšov-Leute. Im Laufe der Geschichte konnten die folgenden Formen des Dorfnamens verzeichnet werden: Czissowicz (1318), Pryssowicze (1534, 1543, 1559), im Dorf von Przissowicz) (1614).

Die erste schriftliche Erwähnung von Příšovice stammt aus dem Jahr 1318 und bezieht sich auf den erblichen Besitz von Vikart von Polná, dem Besitzer des Hofes Všeň. Um 1400 war das Dorf im Besitz des Zisterzienserklosters Hradiště. Im Jahr 1534 wurde Příšovice zusammen mit anderen Dörfern an den obersten Burggrafen Jan von Vartenberk in Zvířetice verkauft und im Jahr 1564 wurde Teil der Herrschaft Svijany. Im Jahr 1622 war im Besitz von Albrecht von Waldstein und gehörte noch bis 1945 zur Herrschaft Svijany. Im Jahr 1624 hatte Příšovice 30 Bauwerke.

Die Gemeinde Příšovice

Das Dorf Příšovice wurde erstmals im Jahr 1319 urkundlich erwähnt, doch Menschen lebten hier schon viel früher. Die ältesten der zahlreichen archäologischen Funde hier stammen aus der jüngeren Steinzeit, also etwa 5 000 Jahre vor Christus. Selbst der Name des Dorfes ist uralt und bezieht sich auf den alten tschechischen Stamm der Chorvaten und ihren Vorfahren Prieš.

Příšovice wurde 1564 Teil der Herrschaft Svijany und blieb es bis 1945. Diese große und bedeutende Herrschaft war unter anderem im Besitz von Albrecht von Waldstein und von 1820 bis 1945 im Besitz des französischen Fürstengeschlechts von Rohan, die im nahe gelegenen Schloss Sychrov residierte. Die Gemeinde hat in der Vergangenheit fünf militärische Invasionen erlebt. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde sie zweimal von den Sachsen und einmal von den Schweden geplündert, die im Österreichischen Erbfolgekrieg 1741 wieder zurückkehrten. Den letzten Einfall erlebte das Dorf im preußisch-österreichischen Krieg 1866, als es von den Preußen besetzt wurde.

Gegenwärtig leben in Příšovice etwa 1 300 Einwohner und stehen fast 300 Häuser, doch in der Vergangenheit war die Zahl deutlich geringer. Im Jahr 1624 war Příšovice ein kleines Dorf mit nur dreißig Bauwerken, 1773 gab es bereits 46 Häuser und 308 Einwohner, im Jahr 1900 waren es 591 Menschen in 88 Häusern. Die wachsende Bevölkerung ging mit der Entwicklung des Dorfes einher, und so wurde hier zwischen 1808 und 1813 die Reichsstraße von Podolí (Svijany) nach Turnov gebaut, und 1850 wurde ein steinernes Schulgebäude errichtet, damit die hiesigen Kinder nicht mehr nach Přepery (im Sommer) gehen oder im Dorf in der Schäferhütte (im Winter) lernen mussten. Am 15. Oktober 1865 fuhr der erste bekränze Zug auf der neuen Eisenbahnstrecke von Prag nach Turnov durch Příšovice, aber die Bahnstation wurde hier erst 1911 gebaut. Im Jahr 1912 wurde die hiesige Brücke über die Iser gebaut. Bis in die 1970er-Jahre war das Dorf landwirtschaftlich geprägt, doch dann begann sich hier die Industrie zu entwickeln und es wurde eine Wohnsiedlung gebaut, wodurch die Einwohnerzahl deutlich anstieg.

In Příšovice gibt es die St.-Wenzels-Kapelle aus dem Jahr 1884 und einige äußerst wertvolle Beispiele der Volksarchitektur, insbesondere die Landgüter Bičíkův a Holánův statek.

In der Gemeinde gibt es auch zwei große Seen, Písečáky genannt, die durch den Sandabbau für die örtliche Plattenfabrik entstanden sind und heute Raum für Erholung und Wassersport bieten.

PŘÍŠOVICE – oficiální web obce

Příšovice – Großer und Kleiner Písečák

Zum beliebtesten Ort in Příšovice gehören seit mehreren Jahrzehnten zwei Teiche, die man auf historischen Karten vergeblich suchen würde. Die sogenannten Písečáky entstanden als Folge des Kiessandabbaus für die örtliche Plattenfabrik, der hier von den 1950er bis in die 1990er-Jahre stattfand, und der anschließenden Überflutung des Abbaugebiets mit Wasser aus der Iser. Der größere Písečák erreicht eine Fläche von 28,1 ha, der Kleinere mit einer Insel 12,6 ha. Velký Písečák wird vor allem seit den 1970er-Jahren zum Schwimmen, Angeln und zum beliebten Windsurfen genutzt, was seinen Höhepunkt um die Wende der 1980er und 1990er-Jahre erreichte. Die Antwort auf die neue Wasserfläche war die Gründung des Jachtklubs und der Bau von Einrichtungen für dessen Betrieb am Ostufer des Teiches. Auf dem Kleinen Písečák sind Surfen und Segeln verboten. Seit 2008 gelten strengere Betriebsvorschriften für Aktivitäten an den Teichen, die sowohl die Einrichtung eines Campingplatzes zwischen den beiden Teichen, die Verlängerung der Wanderroute Nr. 7318 und der Radroute Nr. 3048 sowie die Deklaration eines Biokorridors und Wasserschutzgebiets 3. Grades berücksichtigen. Die Schwimmer, die einst die weite Wasserfläche durchquerten, um versteckte Untiefen zu finden, sind heute nicht mehr anzutreffen, da das Schwimmen aufgrund der Bewegung der Jachten nur bis zu 20 Meter vom Ufer entfernt erlaubt ist. Der westliche Teil des Ufers von Malý Písečák kann als FKK-Strand genutzt werden. Der überdachte Imbissstand hat sich in den letzten Jahren zu einer beliebten Anlaufstelle für Einheimische und Touristen entwickelt.

Das Gebiet von Písečák hat nicht immer ruhige Zeiten erlebt. Eine Tragödie für die örtliche Organisation des tschechischen Fischerverbands war Anfang Dezember 1993, als ein massives Fischsterben auftrat. Es verendeten bis zu sieben Tonnen Karpfen, Zander, Aale, Hechte und Silberkarpfen, von denen einige bis zu 20 kg wogen. Wie die Untersuchung ergab, war die Ursache für das Sterben eine hohe Konzentration stickstoffhaltiger Substanzen, die durch das Auslaufen von Dung oder Mist in das Wasserreservoir während einer starken Schneeschmelze verursacht wurde. Anfang März 2000 verwüstete ein Hochwasser am Fluss Iser das weite Gebiet um die beiden Teiche, und am 23. Juli 2009 kam es zu sintflutartigen Regenfällen in Verbindung mit einem Sturm.