Stružinec
Die erste Erwähnung der Gemeinde Stružinec stammt aus dem Jahr 1377. Die heutige Gemeinde besteht aus drei ehemaligen Dörfern, die 1960 zu einer einzigen Gemeinde zusammengelegt wurden: Stružinec, Tuhaň mit der Siedlung Bezděčín und Pohoří. Am 1. Januar 2023 lebten hier 689 Einwohner.
Stružinec liegt im Tal des Baches Žlábek, das von den Hügeln Hůrka, Stránské und im Nordwesten von den Máková-Hügeln umgeben ist. Alle diese Orte bieten wunderschöne Aussichten nicht nur auf das Dorf, sondern auch auf das Riesengebirge mit der Schneekoppe und das Isergebirge mit dem Ještěd. Von Hůrka aus kann man auch einen großen Teil des Böhmischen Paradieses bewundern, zum Beispiel die Ruinen der Burgen Kumburk und Bradlec, den Hügel Tábor oder die Burg Trosky, und man kann bis zu den Felsen von Mužský blicken.
In der Nähe von Bezděčín verläuft der rot markierte Goldene Pfad des Böhmischen Paradieses.
Gemeinde Stružinec
Touristen sollten sich in Stružinec die Sehenswürdigkeiten wie den Glockenturm mit der zurückgekehrten Glocke, das Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs, die Skulptur der Krönung der Jungfrau Maria, die Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk und die gezimmerten Häuser und Bauernhöfe, die die ursprüngliche Dorfarchitektur repräsentieren, nicht entgehen lassen. Zu den beliebten Ausflugszielen gehören auch die gestaltete Umgebung des Teiches, der Park bei der Grundschule, der Fußballplatz und die Tennisplätze mit Kinderspielplatz.
Die Siedlung Pohoří liegt zwei Kilometer nördlich von Stružinec, flussabwärts des Baches Žlábek. Von seinem höchsten Punkt öffnet sich ein Blick auf den Hauptkamm des Riesengebirges.
Tuhaň erstreckt sich nordwestlich von Stružinec am Fuße der Mákový Hügel bis zum Zelený Háj und zur Hauptstraße nach Semily. Die hiesige Besonderheit ist der neu errichtete Glockenturm bei dem örtlichen Restaurant Tuhaňka, in dem eine restaurierte Glocke aus dem Jahr 1922 hängt.
Bezděčín ist eine Siedlung, die heute hauptsächlich zur Erholung genutzt wird, da es nur drei ständige Einwohner gibt. Es liegt südwestlich von Stružinec am Südhang des Bergrückens Chotice, von wo aus man einen schönen Blick auf das Böhmische Paradies hat. Das Zentrum der Siedlung ist die örtliche Kapelle.
Stružinec ist ein kulturell lebendiges Dorf. Lokale Vereine organisieren Tanzpartys und Bälle, und zu den neueren kulturellen Veranstaltungen gehört das Anzünden des Weihnachtsbaums in Verbindung mit den Auftritten von Kindern der örtlichen Grundschule. Eine weitere beliebte Veranstaltung ist der Karnevalsumzug. Traditionell sind hier auch Fußballspiele auf dem örtlichen Fußballplatz. Das ganze Jahr über finden im Dorf weitere Veranstaltungen statt. Informationen über Veranstaltungen und aktuelle Ereignisse im Dorf finden Sie auf der Website www.struzinec.cz und auf dem Facebook-Profil Stružinec - offizielle Seite des Dorfes.
Steinskulptur Krönung der Jungfrau Maria
Die Steinskulptur der Krönung der Jungfrau Maria wurde 1855 im Geiste der Neugotik auf Kosten von Jan Otmar und seiner Frau Marie geschaffen. Der helle ockerfarbene Sandstein, aus dem sie geschaffen ist, stammt wahrscheinlich aus einem ostböhmischen Sandsteinbruch. Es handelt sich um ein ungewöhnlich monumentales Werk, das aus einem Sockel mit Reliefs der Heiligen Anna, des Heiligen Josef, des Heiligen Florian und des Heiligen Johannes der Täufer sowie einem Kopf mit einer eigenen Skulptur besteht. Das Gesims mit dem Tympanon ist an den Rändern mit sogenannten Fröschen verbrämt. Auf der Vorderseite des Sockels ist eine Inschrift eingraviert: „Ehre sei Gott dem Vater, und Gott dem gleichmächtigen Sohn, und auch dem Heiligen Geist, der reich ist an sieben Gaben. Sei auch der Mutter Ehre Gottes von allen Geschöpfen unaufhörlich“. Weitere Inschriften findet man links und rechts auf dem Sockel.
Die Skulptur zeigt die sitzende Jungfrau Maria, gekrönt von Gott dem Vater und Jesus Christus. Über der Szene schwebt der Heilige Geist in Form einer Taube.
Das Werk wurde von Antonín Sucharda aus Nová Paka geschaffen, einem der bedeutendsten regionalen Bildhauer des 19. Jahrhunderts, und ist eines der schönsten Denkmäler seiner Art in der Region Semily. Mit seiner künstlerischen Qualität und seinem historischen Wert überschreitet es sogar seine Grenzen.
Von den weiteren Denkmälern in Stružinec ist die Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk aus dem Jahr 1833, die an der Kreuzung der Gemeindestraßen nach Královsko steht, einer Erwähnung Wert. Die etwas weniger als lebensgroße Statue stellt den Heiligen in der klassischen ikonografischen Vorstellung dar, also einem kanonischen Gewand und mit einem Kreuz im Arm. Am Schaft des Sockels befinden sich in flachen ovalen Nischen Reliefs des Heiligen Vojtěch, Heiligen Prokop und Heiligen Nikolaus. Das Gesims ist mit Engelsköpfen verziert.
Im oberen Teil des Dorfes, neben dem Gemeindeamt, hinter dem Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs, befindet sich ein Glockenturm aus dem Jahr 1843, in den 2022 mithilfe einer öffentlichen Sammlung und Spenden von Bürgern wieder eine Glocke eingesetzt wurde. Diese wurde von dem bekannten Glockengießer Petr Rudolf Manoušek hergestellt.
Tuhaň
Tuhaň liegt an der Quelle des Hořenský-Baches auf einer durchschnittlichen Höhe von 490 m ü. d. M. Das Dorf war einst ein Landgut und von dort stammte wahrscheinlich das Geschlecht Tuhanský aus Branč, das 1399 urkundlich erwähnt wird. Nach der Abschaffung der Fronarbeit im Jahr 1848 gelang es der Gemeinde Tuhaň, Ihr Land in einem kurzen Zeitraum von drei Jahren abzubezahlen, was eine schnelle Entwicklung ermöglichte. Im Jahr 1900 gab es in Tuhaň vier Gasthäuser, drei Gemischtwarenläden, zwei Tischler, einen Schmied, einen Bäcker, einen Schuhmacher, einen Hersteller von Gliedermaßstäben, einen Butterhändler, einen Flachs- und Samenladen und eine Schule. Tuhaň wurde 1960 mit Stružinec verbunden. Eine interessante Besonderheit des Dorfes ist der neu errichtete Glockenturm bei dem örtlichen Restaurant Tuhaňka, in dem eine restaurierte Glocke aus dem Jahr 1922 hängt.
Die Siedlung Bezděčín, die sich am Zusammenfluss zweier Quellen des Baches Václavka in einer Höhe von etwa 467 m über dem Meeresspiegel befindet, war eine Zeit lang Teil von Tuhaň. Ursprünglich befand sich hier eine Festung und später ein Meierhof, der 1462 erwähnt wird, als Aleš von Šanov auf Bitte von Jiří von Poděbrady als Erbe von Jan Košík in Lomnice erwähnt wird. Im Jahr 1780 wurden einige der Gutshöfe von der Herrschaft aufgelöst und ein Teil des frei gewordenen Landes wurde an Tuhaň angeschlossen. So entstand die neue Siedlung Bezděčín. In Bezděčín findet jedes Jahr die traditionelle Bezděčín-Wallfahrt mit der Heiligen Messe in der Christi-Himmelfahrtskapelle statt.