Vlastibořice

Vlastibořice, Flugbild

Den archäologischen Funden zufolge ist Vlastibořice eine der ältesten Siedlungen der Region. Schon in der jüngeren Steinzeit kamen einzelne Jäger auf das Gebiet des Dorfes, ab dem zweiten Jahrtausend v. Chr. war dieses Gebiet dauerhaft besiedelt, im ersten Jahrtausend die Menschen der Urnenfelder und die Slawen des Frühmittelalters erschien hier. 

Vlastibořice war ein ländlicher Sitz mit einer Festung, die erstmals 1357 urkundlich erwähnt wurde. Der örtliche Landeigentümer war offenbar auch der Erbauer der örtlichen, ursprünglich romanischen Kirche der Heiligen Katharina von Alexandrien. Ihr heutiges Aussehen ist jedoch das Ergebnis des barocken Umbaus, der Mitte des 18. Jahrhunderts stattfand. In gleicher Zeit wurde die Innenausstattung der Kirche erworben, die bis heute erhalten geblieben ist. Der Kreuzweg und andere Skulpturen wurden hundert Jahre später vom Bildhauer Petr Bušek geschaffen, der für seine Holzschnitzereien auf der nahe gelegenen Burg Sychrov berühmt ist. Über dem Hauptportal der Kirche befindet sich das Wappen des Geschlechts Rohan, zu dessen Herrschaftsgut Sychrov Vlastibořice gehörte. Die Kirche ist von einem Holzzaun umgeben. Im Inneren befindet sich nicht nur ein Friedhof mit vielen wertvollen steinernen Grabsteinen (unter anderem ist hier auch die Familie des Bildhauers Bušek begraben), sondern auch ein breiter hölzerner Glockenturm aus dem 17. Jahrhundert und ein gemauertes Beinhaus aus dem 18. Jahrhundert. Es beherbergt die Gebeine von etwa 140 Einheimischen, die während der Pestepidemie von 1771 starben. 

Auf dem Dorfplatz gibt es eine barocke Statue des Hl. Johannes von Nepomuck und eine Marienstatue an der Straße am südlichen Ortsrand.

Am Kreuz

In der Höhe von 392 m über dem Meeresspiegel an einem Ort, den die Einheimischen nicht anders als Am Kreuz nennen, kann man eine schöne Aussicht auf die Umgebung genießen. Man kann seine Reise nicht nur entlang der blauen Markierung zum Märchenschloss Sychrov fortsetzen, sondern auch auf einem der beiden Radwege. Der Radweg mit der Nummer 3049 verbindet Turnov mit Český Dub, während der Radweg 3044 auf den Kämmen zwischen Jablonec nad Nisou und Mohelnice nad Jizerou verläuft. In der Nähe liegen Vlastibořice und seine Ortsteile Jivina und Sedlíštěk, in denen eine Reihe von gezimmerten Bauten erhalten geblieben sind.

Der nahe gelegene Hügel mit dem Mast ist Kamenec (412 m ü. M.), in Richtung Nordnordosten sieht man das Dorf Vrchovina und Kostelní vrch (456 m ü. M.), unter dem kleine Sportflugzeuge, Segelflugzeuge und Gleitschirme vom Flughafen Hodkovice nad Mohelkou abheben. Weiter im Nordosten sieht man den Hügel Kopanina (657 m ü. M.) und die Burg Friedstein, im Osten den Wachberg des Böhmischen Paradieses Kozákov (744 m ü. M.) und im Südosten die typische Silhouette der Burg Trosky (489 m ü. M.). Wenn man ein kurzes Stück auf der Straße in Richtung Sychrov geht, sieht man im Norden Javorník, von dem aus sich der Kamm zur Dominante dieser Region, Ještěd (1012 m ü. M.), erhebt. Im Südsüdosten liegen Turnov und die Felsenstadt Hrubá Skála. Im Süden befindet sich die Kirche in Všeň, weiter dann zwei Hügel vulkanischen Ursprungs Vyskeř (466 m ü. M.) und Mužský (463 m ü. M.) und unterhalb von Mužský die Sandsteinwände der Drábské světničky. Der ehemalige Vulkanschlot von Káčov mit einem Sender (351 m ü. M.) erhebt sich aus der Iser-Aue in Richtung Südsüdwesten. Im Westen kann man die Silhouette der Hügel Bezděz (606 m ü. M.) und Ralsko (696 m ü. M.) sehen.

Vlastibořice – oficiální web obce