Gemeinde Paceřice
Paceřice wurde erstmals 1543 in den Quellen erwähnt und bildet heute zusammen mit der Siedlung Husa eine Gemeinde.
Im Dorf sind bedeutende Persönlichkeiten des kulturellen und künstlerischen Lebens geboren und tätig gewesen, und es gibt auch einige gut erhaltene Fachwerkhäuser. Die Dominante des Dorfes sind zwei großblättrige Linden, die in der Mitte des Dorfes wachsen und zusammen mit fünf Linden in der Nähe der Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk zu Gedenkbäumen erklärt worden sind. Das Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkrieges erinnert daran, dass das Dorf von den Härten des Krieges stark betroffen war.
Die geschichtliche Entwicklung des Dorfes wurde maßgeblich von den Ereignissen auf dem nahe gelegenen Schloss Sychrov beeinflusst, das ab 1820 Sitz der französischen Familie Rohan war. Das Schloss ist dem Publikum u. a. aus den Märchen Goldlöckchen oder Die unsterbliche Tante bekannt. Die Räume des Schlosses sind reichhaltig mit Originalmöbeln ausgestattet und die meisten Zimmer weisen zudem reiche Schnitzereien auf. Es ist in großem Umfang für die Öffentlichkeit zugänglich, so dass eine Besichtigung dem Besucher eine perfekte Vorstellung davon vermittelt, wie das Leben auf dem Landsitz einer wohlhabenden Adelsfamilie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verlief.
Wegweiser Paceřice
Geschichte des Dorfes
Paceřice war früher ein typisches Bauerndorf. In der vorhussitischen Zeit gehörte das Dorf zum Zisterzienserkloster in Hradiště nad Jizerou, und seit 1543 wird das Dorf öfters als Teil der Herrschaft Hrubý Rohozec erwähnt, das dem Geschlecht Vartenberk und später dem Geschlecht Desfours oder Desfours-Walderode gehörte. Durch das Dorf führte ein wichtiger Handelsweg aus dem Binnenland in die Oberlausitz.
Von den vielen bemerkenswerten Persönlichkeiten, die in dem Dorf geboren wurden oder dort gearbeitet haben, nennen wir hier nur die berühmtesten. Die Kunstschnitzerfamilie Bušek (Innenräume des Schlosses Sychrov, Kirchenaltäre usw.), der Dichter Bohdan Kaminský, die Reformpädagogin Ludmila Žofková, die Musiker Josef und Otakar Bradáč und der Philologe und Professor der Karlsuniversität Oldřich Hujer.
Die schicksalhaften Momente der modernen Geschichte der tschechischen Nation betrafen auch Paceřice. Der Erste Weltkrieg und seine wirtschaftlichen Folgen hatten erhebliche Auswirkungen auf das Dorf. 140 Männer wurden einberufen, von denen 27 starben. Während des Krieges war das Dorf von der Beschlagnahmung von Versorgungsgütern und dem Rationierungssystem betroffen, und die Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit beeinträchtigte den Lebensstandard der Einwohner. Die Kollektivierung des ländlichen Raums unter der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei in den 1950er-Jahren war ein drastischer Eingriff in die Eigentumsverhältnisse und die Beziehungen zwischen den Bürgern.
Nach 1989 wurden die Bau- und Unternehmensaktivitäten im Dorf wieder aufgenommen und das soziale Leben entwickelt sich. Die Freiwillige Feuerwehr ist hier aktiv.
Heute ist Paceřice mit der Siedlung Husa verbunden, die früher zur Herrschaft Waldstein in Svijany gehörte und später der Herrschaft Rohan in Sychrov angegliedert wurde. Die Ortsteile sind Studnice, Kozice und Stádlo. Zu den bemerkenswerten Merkmalen von Paceřice gehören die monumentalen Lindenbäume und eine beträchtliche Anzahl erhaltener Bauwerke der Volksarchitektur.
Rohanka Panorama
Wir befinden uns an der Grenze zwischen der Region Podještědí und dem Böhmischen Paradies, am Ende der 1850 angelegten vierreihigen Lindenallee Rohanka, die vom östlichen Tor des Parks von Schloss Sychrov in Richtung der Kirche in Jenišovice beginnt.
Im Norden erhebt sich der Ještěd-Kamm mit dem höchsten Gipfel Ještěd (1012 m ü. M.) und den Kämmen von Pláně und Javorník. Der uns am nächsten gelegene Hügel ist Hrobka. Am Horizont sind Černá Studnice und die Hügel des westlichen Riesengebirges zu sehen, näher an uns ist Kopanina bei Frýdštejn (657 m ü. M.), rechts sind die Suché skály (Dürre Felsen). Es folgt Kalich oberhalb Malá Skála. Im Hintergrund ziehen und Hügel Kozákov (744 m ü. M.) und Tábor bei Lomnice nad Popelkou (678 m ü. M.) unsere Aufmerksamkeit auf sich.
Das Tábor-Massiv fällt dann in die Jičín-Ebene ab, die am Horizont vom Hügel Brada begrenzt wird. Es folgt der bewaldete Prachov-Kamm mit dem höchsten Gipfel Přivýšina (464 m ü. M.).
Hinter Turnov befindet sich das Symbol des Böhmischen Paradieses – die Ruine der Burg Trosky (488 m ü. M.), die auf zwei eruptiven Basalttürmen errichtet wurde. Es folgt der bewaldete Bergrücken Hrubá Skála, hinter dem sich Sandsteinfelsenstädte mit dem Schloss Hrubá Skála und den Ruinen der Burg Waldstein verbergen, und endet mit Hlavatice, einem Aussichtsfelsen oberhalb von Turnov.
Weiter rechts ragt der runde Vyskeř-Hügel (466 m ü. M.) über den Horizont, und rechts daneben der spitze Mužský-Hügel (463 m ü. M.). Darunter ist ein Gürtel aus Sandsteinfelsen zu sehen, hinter dem sich die Ruinen der Burg Valečov verbergen. Die Stufe der Felsenfestung Drábské světničky grenzt am Horizont das Isertal ab. Weiter westlich kann man den Berg Káčov bei Mnichovo Hradiště sehen.